Georg Lebzelter

geboren 1966 in Melk, 1986-90 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. Max Melcher, 1992/93 Gaststudium an der Universidad Complutense Madrid, Spanien.

Seit 1990 Atelier für Druckgraphik in Wien, zahlreiche internationale Ausstellungen, Teilnahme an internationalen Graphikbiennalen und –triennalen (u.a. Krakau, Varna, Kairo). Seit 1999 Kurator mehrerer Präsentationen im Künstlerhaus, Wien (u.a. 2013 „in.print.out – Grafik in/auswendig“, 2010 „multiple matters – Grafische Konzepte“). 2013 Plakatprojekt „Geld macht sicht bar“ auf Plakatwänden im öffentlichen Raum. Autor und Herausgeber von Publikationen zum Thema Grafik, 2016 erschienen das Buch „Post no bills“ gemeinsam mit Sergius Kodera, Steidl Verlag Göttingen und „Georg Lebzelter – immerhin bruchstückhaft“.

2007 Große Goldene Medaille des Wiener Künstlerhauses, Ehrenmedaille 40 Jahre Internationale Grafiktriennale Krakau. Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Ausgehend von den Prinzipien der Collage und Montage untersuche ich in meinen Radierserien seit 2006 Verbindungen von Einzel- oder Fertigteilen, die unabhängig von ihrem ursprünglichen Kontext zu neuen „Systemen“ gefügt werden. Das Mittel dazu ist die Druckgraphik, die ich als formales und technisches Transformationsmedium verstehe. Die druckgrafischen Prozesse besitzen die Kapazität zur Speicherung visueller Information, denn die druckgrafische Matrix verfügt über ein „Formengedächtnis“. Dieses erlaubt es, einmal getroffene gestalterische Entscheidungen nicht nur zu vervielfältigen, sondern auch zu speichern, das einmal erstellte Bild neu zu bearbeiten, zu modifizieren, in andere Zusammenhänge zu stellen. In meiner Anwendung der Radierung löse ich die einzelne Tiefdruckplatte von ihrer Funktion als Träger einer Bildbotschaft und nutze sie als Kompositionsbaustein, der im Endprodukt als solcher erkennbar bleibt. Die Mehrfachverwendung gleicher Teile, sowie eine Beschränkung in der Anordnung auf Horizontale und Vertikale sind die Grundraster der Konstruktion. „Die Elemente sollen Formen ergeben, nur ohne sich dabei zu opfern. Sich selber bewahrend.“ (Paul Klee)

In den letzten Jahren habe ich mein druckgrafisches Arbeitsfeld in den Bereich  des Siebdrucks erweitert. Mit dem Sieb steht mir wiederum eine flexibel nutzbare Matrix zur Verfügung, die das Spiel mit unterschiedlichen Variationen, Anordnungen, Spiegelungen, Umkehrungen, farblichen Intensitäten – kurz: den verschiedenen Bildmöglichkeiten – eröffnet.

Web: www.georglebzelter.com

Kontakt: georg.lebzelter@aon.at